Hintergründiges aus dem Buxtehuder Tageblatt – ein Kommentar

Der Sachverhalt ist eindeutig: Seit 12 Jahren ist der Hubschrauberlandeplatz am Elbe-Klinikum unserer Stadt marode und darf nicht mehr angeflogen werden. Aus diesem Grund hatte es die Freiwillige Feuerwehr in der Neujahrsnacht schwer, den Ersatzlandeplatz Jahnstadion für einen Krankentransport per Hubschrauber auszuleuchten, weil sich ein Fahrzeug im Matsch festgefahren hatte. Darüber haben wir an dieser Stelle berichtet und einen Antrag einer beteiligten Feuerwehrfrau, in dem sie einen befestigten Landeplatz von der Stadt fordert, veröffentlicht.

Doch was las man darüber im Buxtehuder Tageblatt? Nicht der seit unglaublichen 12 Jahren marode Landeplatz am Krankenhaus ist dem Reporter Karsten Wisser eine Schlagzeile wert, sondern folgende: „Grüne verärgern die Feuerwehr“.

In unserem Artikel wurde in einem Halbsatz tatsächlich die Frage nach einer Berufsfeuerwehr gestellt. Doch um daraus ein Zerwürfnis zwischen Grünen und Feuerwehr zu basteln, braucht es schon eine unverfrorene Portion Verdrehung und Verzerrung.

Zum guten Journalismus gehört der Grundsatz, möglichst eine zweite Quelle für die eigene Darstellung zu finden, und bei Kritik den oder die Kritisierten vor Veröffentlichung nach ihrer Ansicht zu fragen. Hat Karsten Wisser das getan?

 - Hat er die Fraktionsvorsitzenden der Grünen gefragt, ob sie eine Berufsfeuerwehr beantragen wollen?

- Hat er die Feuerwehrfrau gefragt, ob sie sich eine Berufsfeuerwehr wünscht? (Hat er ihren Antrag überhaupt gelesen?)

- Und last but not least: Hat er bei der Autorin unseres Artikels, die ihm namentlich bekannt ist und die den Artikel mit ihrem Kürzel gekennzeichnet hatte, noch einmal nachgefragt?

Fehlanzeige in allen Punkten. Nach dem Motto „Haltet den Dieb“ konstruiert Karsten Wisser seine eigene Wirklichkeit und versucht, Grüne und Freiwillige Feuerwehr gegeneinander auszuspielen. Ist das nur fahrlässiger Journalismus oder schon mutwillige Verzerrung?

Nur nebenbei: Es gibt keinen Antrag für eine Berufsfeuerwehr und Freiwillige Feuerwehr und Grüne sind sich einig, dass nach 12 Jahren endlich ein sicherer Landeplatz her muss.

Es bleibt für das Buxtehuder Tageblatt zu hoffen, dass dieser fahrlässige Journalismus nicht die neue, Auflagen steigernde Strategie ist. Und Karsten Wisser wünschen wir, dass er nie in die Lage kommt, auf einen nächtlichen Krankentransport per Helikopter angewiesen zu sein.

 

Joachim Buttler (Grüne Netzredaktion Buxtehude)



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